2.2.6 Mittlerer IQ, wissenschaftlich-technische Leistungen und Nationales Wohlergehen
Quellen:
[AJ] Jensen, Arthur R., Genetics and Education, 1972, T.&A. Constable Ltd Edinburgh, SBN 416 60270 3;
[DL] Edward Dutton, Richard Lynn, Intelligence and Religious and Political Differences Among Members of the U.S. Academic Elite,
Interdisciplinary Journal of Research on Religion, Volume 10, 2014, Article 1, ISSN 1556-3723, www.religjournal.com > pdf > ijrr10001;
[HR] Heiner Rindermann Cognitive Capitalism, Cambridge University Press, ISBN 978-1-107-65108-1, https://doi.org/10.1017/9781107050167.
[SN] Elsbeth Stern, Aljoscha Neubauer Intelligenz, Große Unterschiede und ihre Folgen, 2013, Deutsche Verlagsanstalt, ISBN 978-3-421-04533-1;
[WW] Wirtschaftswoche 10.2.2015, Was das Studienfach über die Intelligenz aussagt, Handelsblatt GmbH.
Wie zu erwarten haben Akademiker durchschnittlich einen höheren IQ als eine Gesamtbevölkerung mit einem IQ von 100, wobei es auch unter den Akademikern je nach Fach und Laufbahnerfolg Unterschiede gibt. So hatten nach einer Untersuchung 128 Akademiker an der Universität Cambridge 1967 folgende IQ-Werte: Mathematiker und Chemiker 130, Physiker und Mediziner 128, Sozial- und Agrarwissenschaftler 122 [DL]. Eine andere Studie attestiert 64 bedeutenden amerikanischen Akademikern 1953 folgende IQ-Werte: Theoretischen Physikern 158, Psychologen 155, Anthropologen 147 [DL]. Eine Studie mit 10000 Absolventen von 40 Hochschulen ergab in den USA 1946 IQ-Werte zwischen 122 für Erziehungswissenschaftler und 130 für Physiker. 1951 bewegten sich bei einer Studie mit 38420 Studenten die Werte zwischen 118 bei den Erziehungswissenschaften und 132 bei den Ingenieuren und Physikern [WW]. Auch bei neueren Studien mit 1,2 bzw. 1,6 Millionen Studenten haben sich die Werte nicht wesentlich verändert, an der Spitzenposition haben jetzt lediglich die Mathematiker die Physiker verdrängt [WW]. Über 70 Jahre hinweg haben sich also die IQ -Werte bei den Wissenschaftlern und Studenten trotz vieler unterschiedlicher Testverfahren nicht wesentlich verändert, was auch ein Hinweis auf die Bedeutung und Zuverlässigkeit dieser gewonnen Aussagen ist. Bemerkenswert ist auch, wie deutlich sich die Intelligenz bedeutender Akademiker noch von der Intelligenz durchschnittlicher Akademiker abhebt [DL]. Wie Rindermann [HR] gezeigt hat, besteht ein enger Zusammenhang zwischen mittlerem IQ einer Bevölkerung und den wissenschaftlich-technischen Leistungen sowie dem nationalen Wohlergehen.
Dieser Zusammenhang kann noch weiter als bei Rindermann präzisiert und begründet werden, wenn man die Intelligenzverteilung anhand der Gauß´schen Glockenkurve bei unterschiedlichen mittleren IQs von Bevölkerungsgruppen genauer betrachtet. Bei den folgenden Berechnungen wird die übliche Standardabweichung 15 zu Grunde gelegt. Sie gibt an, wie weit die beiden Wendestellen der Kurve jeweils vom Mittelwert 100 (Bild 2.2.6-1) bzw. 75 (Bild 2.2.6-2) aus waagrecht gemessen entfernt sind. Wendestellen hat man, wo eine Linkskrümmung in eine Rechtskrümmung übergeht oder umgekehrt.
Bild 2.2.6-1

Bild 2.2.6-2

Bei einer Bevölkerung mit einem mittleren IQ von 100, wie in Teilen Europas, haben gemäß Grafik 2.2.6-1 etwa 49,5% der Bevölkerung einen IQ zwischen 90 und 110. Dieser Bereich gilt als normale Intelligenz. Ist dagegen der mittlere IQ nur 75, wie bestenfalls in der schwarzen Bevölkerung Afrikas, so haben gemäß Grafik 2.2.6-2 nur etwa 14,9% der Schwarzen einen IQ zwischen 90 und 110. Dies ist jedoch immerhin noch ein Drittel des Wertes bei einer weißen europäischen Bevölkerung. Kann sich daraus die gewaltige wissenschaftlich-technische Diskrepanz zwischen Europa und Schwarzafrika erklären, wie sie weiter oben beispielhaft und aktuell an den Nobelpreisen und den Patentanmeldungen gezeigt wurde (Kap. 2.2.5.1), wie sie aber auch historisch schon immer bestanden hat (Kap. 3)? Das erscheint nicht plausibel. Plausibel wird diese Diskrepanz jedoch, wenn man nicht die Bevölkerungsanteile mit einer normalen Intelligenz betrachtet, sondern den Bereich der Hochschulabsolventen. Deren eingangs dieses Kapitels 2.2.6 angegebene IQ-Werte lassen es als angemessen erscheinen, die Hochschulabsolventen ab einem IQ von z.B. 115 als Träger des wissenschaftlich-technologischen Fortschritts anzusehen [SN]. Daher betrachten wir nun in der folgenden Grafik 2.2.6.3 den Anteil dieser Hochschulabsolventen in einer schwarzen Bevölkerung mit einem durchschnittlichen IQ von 75 und in einer weißen Bevölkerung mit einem durchschnittlichen IQ von 100.
Bild 2.2.6-3

Die potentiellen Träger des wissenschaftlich-technischen Fortschritts sind demnach in einer schwarzafrikanischen Bevölkerung nur mit einem Anteil von 0,38% vertreten, in einer mitteleuropäischen weißen Bevölkerung dagegen mit einem Anteil von 15,86%, was das 42-fache ist.
Etwas anders ist die Situation in den USA. Nach Jensen [AJ] wurden in den USA beginnend in den 1960-Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, das Bildungsniveau der schwarzen Bevölkerung zu heben. Darüber hinaus kann davon ausgegangen werden, dass das Schulsystem in den USA auch allgemein der schwarzen Bevölkerung bessere Bildungsvoraussetzungen bietet als die Schulsysteme in Schwarzafrika. Infolgedessen ist nachvollziehbar, dass Jensen [AJ] für die Schwarzen in den USA mit einem mittleren psychometrischen IQ von 85 einen besseren Wert ermittelt hat, als es nach Rindermann [HR] für die schwarzafrikanische Bevölkerung mit einem psychometrischen IQ von 71 und einem SAS IQ von 74 der Fall ist. Mit Grafik 2.2.6-4 werden nun die Anteile der Hochschulabsolventen in der weißen und der schwarzen Bevölkerung der USA verglichen.
Bild 2.2.6-4

Demnach liegt der Anteil der Studierfähigen mit einem IQ > 115 in der schwarzen Bevölkerung der USA bei 2,28%, in der weißen Bevölkerung bei 15,86%. Damit ist der Anteil der Studierfähigen unter den Schwarzen der USA höher als der entsprechende Anteil unter den Schwarzen Afrikas. Ob dies ein Erfolg besserer Bildungsmöglichkeiten in den USA gegenüber den Bildungsmöglichkeiten in Schwarzafrika ist dürfte kaum zu beurteilen sein, da die Afroamerikaner der USA ethnisch stark gemischt sind und viele von ihnen auch Weiße unter ihren Vorfahren haben (der Einschlag der Weißen beträgt 20%, siehe Kapitel 2.1.2.4). Ein prominentes Beispiel ist hier der ehemalige USPräsident Barack Obama mit seinem schwarzafrikanischen Vater aus Kenia und seiner weißen Mutter mit europäischen Vorfahren. Dennoch ist in den USA der Anteil der weißen Studierfähigen bezogen auf die weiße Bevölkerung immer noch 7-mal höher als der der schwarzen Studierfähigen bezogen auf die schwarze Bevölkerung. Dieser Tatsache wird im Kapitel 4 weiter nachgegangen.
Nun kann man die Setzung, der wissenschaftlich-technische Fortschritt werde von Menschen mit einem IQ oberhalb von 115 getragen, vielleicht in Frage stellen. Jedoch ändert sich an den daraus gezogenen Schlüssen wenig, wenn man diesen Wert 115 verändert. Wenn man sieht, dass die bedeutenden Akademiker sogar IQs um 150 haben, erscheint eine Veränderung des Wertes 115 nach unten wenig plausibel. Dennoch sei hier angemerkt, dass bei der Annahme, der wissenschaftlichtechnische Fortschritt werde zusätzlich auch noch von den wenigen Hochschulabsolventen mit einem IQ zwischen 100 und 115 getragen, dabei immer noch der Anteil der potentiellen Träger des wissenschaftlich-technischen Fortschritts in einer weißen Bevölkerung (mittlerer IQ 100) mehr als 10-mal höher ist als in einer schwarzen Bevölkerung (mittlerer IQ 75). Plausibler ist dagegen die Annahme, der wissenschaftlich-technische Fortschritt werde überwiegend von den herausragenden Akademikern mit einem IQ über 130 getragen. Dann kann man nachrechnen, dass der Anteil dieser Akademiker in einer weißen Bevölkerung (mittlerer IQ 100) gegenüber einer schwarzen Bevölkerung (mittlerer IQ 75) 228-mal höher ist. Das ist eine überzeugende Erklärung für das eklatante Zurückbleiben der Schwarzafrikaner im Bereich von Wissenschaft und Technik.
Umgekehrt sollte man auch die Bevölkerungsteile betrachten, die mit einem IQ unter 70 hierzulande als geistig zurückgeblieben eingestuft werden. Dies sind in einer Bevölkerung mit einem mittleren IQ von 100 ungefähr 2,3%. In einer Bevölkerung mit einem mittleren IQ von 75 sind es dagegen 36,9%, was das 16-fache ist.
Auf pseudowissenschaftlicher Ebene wird in den Medien oft das Argument transportiert und in der Bevölkerung verbreitet, die Intelligenzunterschiede innerhalb einer Ethnie seien viel größer als die zwischen verschiedenen Ethnien. Das ist soweit richtig. Jedoch wird dann die Schlussfolgerung gezogen, deswegen seien die Intelligenzunterschiede zwischen verschiedenen Ethnien belanglos. Diese Schlussfolgerung ist jedoch nach den vorangegangenen Berechnungen grundfalsch und stellt die Tatsachen auf den Kopf. Anzumerken ist hier noch, dass die im Kapitel 2.2.6 angestellten Berechnungen mit den normalerweise in der gymnasialen Oberstufe vermittelten Mathematikkenntnissen (Integralrechnung, Stochastik) von jedem Abiturienten durchgeführt werden können sollten, sofern er mit der Gaußfunktion oder der Normalverteilung von Gauß umgehen kann.